Paula – Einfachheit und Ausdruck

Die junge Paula

Paula Modersohn-Becker war vermutlich eine der unabhängigsten und eigenwilligsten Frauen ihrer Zeit. Sie setzte konsequent durch, was sie wollte und unterwarf sich selten. Sie wuchs in Dresden auf, bis die Familie nach Bremen übersiedelte. Obwohl der Vater sie drängte, eine Ausbildung als Lehrerin zu machen, wußte sie genau, was sie will – Künstlerin werden.

Worpswede

Direkt nach ihrem Abschluss geht sie 1898 nach Worpswede. Sie lernt von Fritz Mackensen und heiratet Otto Modersohn, der bereits damals einen Namen in der Kunstwelt hatte.

Die Worpsweder Künstler streben die Genauigkeit bei der Nachempfindung der Natur im Bild an. Dies ist nicht genug für Paula, sie möchte die Vereinfachung des Ausdrucks.

Paris

Zur Jahrtausendwende verlässt sie Modersohn und geht nach Paris. Für sie wird die pulsierende Stadt ihre geistige und künstlerische Heimat. Sie besucht Malkurse und Künstlerateliers.

Ihre Motive sind von Worpswede inspiriert, aber die Form der Darstellungen ist ein Substrat der Pariser Kunstszene. Sie besucht Rodins Atelier und ist begeistert, für sie sind er und Cezanne die größten Maler. Als Rainer-Maria Rilke sie besucht, fahren sie zusammen zu Henri Rousseau. Dessen naive Art des Ausdrucks berühert Paula. Dieser Einfluss ist besonders in ihren Porträts wiederzufinden. Neben dem Landschaftbild, ist das Porträt ihre liebste Art der Darstellung. Es sind besonders die Augen, die auffallen, die den Betrachter aus jedem ihrer Bilder intensiv anblicken. Dennoch haben die Darstellung etwas flächig-monumentales. Die klare Form und die Leuchtkraft der Farben adaptiert sie von Cezanne. Jedoch bleibt sie sich selbst treu, die Einfachheit im Ausdruck ist ihr am wichtigsten.

Kinderwunsch

1906 verlässt sie Paris, um eine Familie zu gründen. Kurze Zeit später wird sie schwanger, die Geburt des Kindes macht sie überglücklich. Nur 18 Tage nach der Geburt starb Paula Modersohn-Becker 31 jährig an einer Embolie. Durch ihren unvergleichlichen Stil wird sie zur Vorläuferin des Expressionismus.

Die Ausstellung im VanderHeydt Museum stellt ihre Arbeiten in den Kontext der Worpsweder Kunst und der Pariser Aventgarde.