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Der Fall Gurlitt

Die Geschichte der Sammlung

Der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt war während des Nationalsozialismus für den Verkauf “Entarteter Kunst”, die in deutschen Museen beschlagnahmt wurde, verantwortlich. Später wurde er der Haupteinkäufer für das Hitlermuseum in Linz. Nach dem Krieg durchlief er ein Entnazifizierungsverfahren, einer seiner Fürsprecher war Max Beckmann. Obwohl seine Sammlung beschlagnahmt wurde, wurde sie später freigegeben. Sie erbte sein Sohn Cornelius, der selbst eine Ausbildung zum Restaurator durchlief und Kunstgeschichte, Philosophie und Musiktheorie studiert hatte.

Er lebte sehr zurückgezogen mit der Sammlung seines Vaters – “die Liebe seines Lebens” – und verkaufte ab und an eines der Werke, um sein Leben zu finanzieren. Anfang 2012 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Augsburg den Teil des Nachlass, den Gurlitt in seiner Münchner Wohnung aufbewahrte – wegen des Verdachtes der Unterschlagung. Sein Interview im Der Spiegel zeigte ihn als bescheidenen Mann, der die Welt nicht mehr verstand. Schliesslich wurden auch die Werke in Salzburg sichergestellt und auf ihre Herkunft untersucht. Die Sammlung umfasste damit über 1500 Werke. Gurlitts Anwälte legten Beschwerde ein und forderten die Rückgabe. Schließlich kam es im April 2014 zu einer Vereinbahrung. Gurlitt gibt fragliche Werke zur Provinienzforschung, diese wird vom Staat bezahlt. Wenn es sich herausstellen sollte, das ein Werk wiederrechtlich in die Sammlung gelangte, sollte eine gerechte Lösung für die Erben gefunden werden. Die Beschlagnahmung wurde aufgehoben und mit seinem Tod im Mai 2014 endete das Ermittlungsverfahren. Er hatte die gesamte Sammlung der Stiftung des Kunstmuseums Bern vermacht.

Die Sammlung

Die Sammlung umfasst mehrere Epochen, birgt Werke von Dürer bis Monet, Cranach bis Rodin, Auguste Renoir und Henri Matisse aber vor allem viele Künstler der Moderne, wie Max Beckmann, Otto Dix, Max Liebermann, Emil Nolde, Marc Chagall, Ernst Ludwig Kirchner oder Oskas Kokoschka. Viele Werke galten als verschollen. Im Moment wird die Sammlung in Bern aufgearbeitet.

Die Ausstellung

Ab September werden nach Stationen in Bonn und Bern im Gropius-Bau unter dem Titel “Bestandsaufnahme Gurlitt” rund 200 Werke zu sehen sein, deren Herkunft kritisch erforscht wurde.

 

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