Australische Aborigines-Kunst

Australische Aborigines-Kultur

Die wahrscheinlich älteste noch existierende Kultur ist die der australischen Aborigines. Wir können sie heute 50.000 Jahre zurückverfolgen. Allgemein bekannt als Dreamtime hat sie nicht wirklich viel mit dem Wort zu tun. Indigene Australier haben Schöpfungsgeschichten, die sich von den westlichen Schöpfungsgeschichten stark unterscheiden. Bevor Menschen den australischen Kontinent besiedelten, gab es dort sogenannte “ancestral beings”, auf Deutsch “Ahnenwesen”, die durch ihre Reisen, Kämpfe etc. dem Land seine heutige Form gaben. Die Vorfahren, wenn auch nicht mehr direkt hier sichtbar, sind noch immer da, noch immer Teil des Lebens.

Die ursprüngliche Aborigine Kunst

Der Norden und Westen

Kunst im westlichen Kontext existierte nicht. Zeichnungen, Holzarbeiten, Schmuck, Felsmalereien, -schnitzereien und Flechtarbeiten hatten Funktionen. Dabei variierte die Art der Darstellung je nach Region. Im Norden Australiens finden wir die sogenannte Kreuzschraffur (Rarrk). Mit einem Stöckchen und menschlichem Haar wurden schmale Pinsel hergestellt. Es wurden dann feine, sich überlagernde Linien im entgegengesetzten Winkel gezeichnet. Tiere wurden wie Röntgenbilder abgebildet. Als Material dienten sogenannte “Ochres” – natürliche Farben aus Asche, Kohle, Sandstein und anderen natürlichen Produkten. Die vorherrschenden Farben sind ein erdiges Rot, ein Ocker und Schwarz und Weiß. Der Malgrund waren Rinde, Fels und Holz.

Ochres werden auch im Westen Australiens benutzt, nur sind die Darstellungen andere.

Zentralaustralien

Hier gibt es die sogenannte Punktmalerei, die früher auf Haut, Fels, Holz und Sand aufgetragen wurden. 1980 ermutigte der Lehrer Geoffrey Bardon die Aborigines, die Designs mit Acryl auf Leinwand zu übertragen. Die moderne Kunst war geboren.

Generell wurde Kunst bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich für rituelle Zwecke eingesetzt, als Nachricht oder zum Unterrichten von Kindern.

Zeitgenössische Aborigines-Kunst

Heute gibt es einen großen Markt für moderne Aborigines-Kunst. Wobei wir zum einen von urbaner Kunst sprechen, die in der Ausführung zumeist westliche Züge trägt, und Kunst aus den verschiedenen Kunst-Zentren die es im Land gibt. Die Palette reicht hier von touristisch bis “high profile”. Werke wie die von Emily Kame Kngwarreye bringen bis zu 2,1 Millionen Dollar.