Der Beginn des Surrealismus

Anfänge

Der Surrealismus entwickelte sich um 1920 aus der Dada-Bewegung als Gegenentwurf zum Rationalismus in der bürgerlichen Kultur. Desillusioniert nach dem Ersten Weltkrieg, suchten die Künstler einen neuen Weg die alten Ideale zu überwinden und eine neue reine Kunst zu schaffen.

Sur-realismus bedeutet in der Übersetzung “über dem Realen” – traumhaft, unwirklich … Der Begriff selbst wurde von Guillaume Apollinaire geprägt. 1924 und 1929 verfasste Andre Breton das 1. und 2. “Surrealistische Manifest.”

Einflüsse

Was den meisten nicht bekannt ist, der Surrealismus wurde neben Traumdeutung und psychoanalytischen Theorien stark durch die Kunst aus psychiatrischen Anstalten beeinflusst. Max Ernst besuchte mehrere Sammlungen in Deutschland, wobei die bekannteste die Sammlung Prinzhorn ist. Der Dichter Paul Eluard half ihm, nach Paris einzureisen, zum Dank brachte er ihm das gerade erschienene Buch “Bildnerei der Geisteskranken” (1922) von Hans Prinzhorn mit.

Dies wurde bald zur “Bibel der Surrealisten” (Spiess), wobei es vor allem um die 20 Farbtafeln und die Schwarz-Weiß-Bilder ging. Ernst übersetzte Auszüge ins Französische. Es war das Unbewusste, das die Surrealisten an der “Irrenkunst” schätzten. Ohne äußere Einflüsse, einfach aus dem Inneren heraus zu malen, das war die Intention.

Automatisches Schreiben/Zeichnen

Der Künstlergruppe, die sich in den 1920er Jahren um Breton neu formierte, diente das automatische Schreiben (frz. Écriture automatique) als Möglichkeit, dem Unbewussten und Spontanen Ausdruck zu verleihen. Es diente als Grundidee für eine neue Art der Kreativität, losgelöst von alten Kunstdogmen.

Andre Masson war der Erste, der dies auf die darstellende Kunst übertrug mit dem automatischen Zeichnen.

Weiterentwicklung bis Dali

Breton besuchte mehrere psychiatrische Vorlesungen, außerdem beschäftigten er und seine Künstlerfreunde sich intensiv mit Freuds Traumdeutung. Zusammen mit Louis Aragon entwarf er eine neue Definition für Hysterie und nannte sie die “größte poetische Entdeckung des 19. Jahrhunderts.” 1932 gaben Breton und Eluard in “Conception immaculee” eine Anleitung heraus, wie man ein Gedicht verfasst und ein Bild malen muss, damit es wie “Irrenkunst” wirkt. In den 30er Jahren entwickelte Salvadore Dali dann seine “paranoisch-kritische Methode” der Bildfindung.