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Heinrich Basedows fantastische Welt

Heinrich Basedow ging es schon immer um die Schönheit im Bild, nach eigenen Aussagen. Seine Bilder lassen sich schwer einordnen, wohl auch deshalb erhielt er keine große Anerkennung in der Kunstgeschichte. Dennoch verkauften sich seine Bilder hervorragend.

In Neumünster zeigt die Gerisch-Stiftung eine Ausstellung über das Leben und Werk

des Potsdamer Künstler.

Sein gleichnamiger Vater war ein bekannter Landschaftsmaler, bei dem er auch seine erste und grundlegende Ausbildung erhielt. Danach studierte Heinrich Basedow d.J. bei Robert Weise, der ihm die Naturschule von Fritz Mackensen lehrte. Bei Ausbruch des erste Weltkriegs unterbrach seine künstlerische Ausbildung und meldete sich als Freiwilliger zur Kriegsmarine.

Erst nach Beendigung des Krieges nahm er sein Studium wieder auf, diesmal am Bauhaus, dies hatte jedoch keinen entscheidenden Einfluss auf seine Arbeiten.

Die Neue Sachlichkeit war für ihn die größere Inspiration. Außerdem studierte er im Anschluss Holzbildhauerei, Theologie und Religionsphilosophie.

1930 trat er der NSDAP and SA bei und diente im zweiten Weltkrieg in der Marine. Nach Gefangenenlager und Entnazifizierung wurde Kiel sein Zuhause. Es folgte eine Zeit der Entbehrung, mittellos kam er nach Kiel und wohnte dort erst bei Freunden und dann in einer winzigen Dachkammer.

Seine Darstellungen umfasst Portraits, Landschaften, aber auch Tierbilder und symbolhaft-religiöse Bilder. Seine Arbeiten zeigen eine klare, ein wenig statische Bildsprache. Beeindruckend ist die strahlende ungewöhnliche Farbgebung seiner Bilder.

Im Dritten Reich war er in Potsdam mit den wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt bekannt. So verwundert es nicht, dass die Porträts die er vor 1945 malte, ein Who-is-who der Potsdamer Gesellschaft abbilden. In seinen Arbeiten findet man eine “atemberaubene Akribie”, sie erinnern an mittelalterliche Ikonen und zur gleich Zeit an Stillleben, die Natur und Phantasie vereinen.

Er schuf auch verschiedene Holzskupturen.

1969 sollte ihm der Kunstpreis der Stadt Kiel verliehen werden, nachdem aber seine Nazi-Vergangenheit bekannt wurde, müsste er zurücktreten.

Heinrich Basedow d.J. verstarb im Alter von 98 Jahren als anerkannter Künstler in Kiel.

 

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