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Joschua Steffens und das Huis Marseille

Die Häuserfronten der bekannten Amsterdamer Kanalhäuser verbergen eifersüchtig, was dahinter liegt, schafft man es aber, hinter die Fassade zu schauen, eröffnet sich Überraschendes…

Im 17. Jahrhundert gab es in Amsterdam einen wirtschaftlichen Aufschwung, was zur Folge hatte, dass die Einwohnerzahlen stiegen und dass gerade Kaufleute sich in der Stadt ansiedelten, um vom Handel zu profitieren. Um das alte Zentrum wurden neue Straßen und Kanäle für neue Wohn- und Warenhäuser gebaut. Die Heren-, Keizers- und Prinsengracht, sind heute wichtiger Bestandteil des Amsterdamer Stadtbildes.

Hier finden wir auch eine Reihe von Museen. Alte Bürgerhäuser wurden renoviert und wieder in den Originalzustand versetzt, in anderen Häusern wurden die Räume modernisiert, wobei man auch über den Treppen Skylights einbaute, um so die Räume mit mehr Licht zu versorgen. Besonders ist jedoch, dass die Raumaufteilung selbst so gut wie gar nicht verändert wurde. Die Ausstellungsräume sind von unterschiedlicher Größe, verschachtelt und über Treppen miteinander verbunden. Dies macht ihren besonderen Charme aus und schickt den Besucher auf eine Entdeckungsreise. So das Huis Marseille in der Keizersgracht, dass 1665 erbaut und 1999 modernisiert wurde. In sechs modernen Ausstellungsräumen kann der Besucher heute Fotokunst betrachten. Um genau zu sein, war es das erste Fotomuseum der Stadt. Huis Marseille stellt Fotografien aus allen Genres und Zeitepochen aus.

Jetzt gibt es dort eine Schau mit Arbeiten von Joschua Steffens zu betrachten. Der deutsche Fotograf studierte in Karlsruhe, Arles und Leipzig und machte seinen post-doc in Köln. Im Hius Marseille zeigt er sein neuestes, vom Amsterdamer Fond voor de Kunst, gesponsortes Projekt „Uchronia“ (2017), dass sein Interesse an Subkulturen Ausdruck verleiht. Seine post-doc Arbeit „Teen Spirit Island“ (2015) zeigt die Welt der Video-Spiele, verarbeitet die Glorifizierung von Gewalt und Macht. Hierfür erhielt er den Wüstenrot Dokumentarfotografie Förderpreis. Zudem ist „On Summoner’s Rift“ zu sehen, eine Fotoserie im Paparazzi Stil und seine Videoinstallation “Drem/Hack”.

 

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