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Klassische Beauties am russischen Hof in Amsterdam

Die Hermitage in Amsterdam

Jeder kennt die Hermitage in Sankt Petersburg, aber wie viele wissen, dass es seit 2004 auch einen Ableger in Amsterdam gibt? Kommt man von der Keizersgracht, überrascht einen die klare Front des 1683 erbauten Hauses. Vom Haupteingang wird der Besucher in einen einfachen quadratischen Innenhof geführt. Klare Formen und Materialien auch innen, die großzügige Raumaufteilung erinnern an den white cube, und man hat das Gefühl wieder im 21. Jahrhundert angekommen zu sein.

Gläserne, von einem Stahlgerüst getragene Stufen, bringen einen zur Ausstellung.

Auch der altmodische Kartenabreißer wurde ausgetauscht, stattdessen begrüßt einen stumm ein moderner Scanner, der Barcode auf dem Ticket macht den Zutritt zu den Ausstellungsräumen möglich. Die Hermitage, im Deutschen Eremitage geschrieben, ist der einstige Amstelhof. Er wurde fast völlig entkernt. Die Verwandlung durch den Architekten Hans Heeswijk wurde von Luuk Kramer fotographisch dokumentiert. Im Juni 2009 wurde das neue Gebäude von Königin Beatrix und dem russischen Präsidenten Medwedew eröffnet.

Die äußeren Gebäudeflügel erinnern an eine Kathedrale mit Haupt- und Seitenschiffen. Die Dächer über den beiden Hauptsälen sehen aus wie gläserne Tonnengewölbe. Durch die Skylights hat der Raum etwas Majestätisches.

„Classic Beauties“

So heißt eine der beiden neuen Ausstellungen in der Amsterdamer Hermitage. Gezeigt werden zeitlose Körper aus der Zeit des Neoklassizismus. Die Darstellung des menschlichen Körpers ist noch immer faszinierend für Künstler und übt bis heute eine gewisse Faszination auf den Betrachter aus. Durch archäologische Funde in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Italien wurden Künstler dazu angeregt, sich intensiv mit der Darstellung der Körperlichkeit zu befassen.

Canova erschuf seine unübertroffenen „Drei Grazien“, die auch gezeigt werden, Thorvaldsen stellte sich Canova’s Konkurrenz, andere widmeten sich eher der Darstellung in der Malerei wie Angelika Kaufmann oder Adolf Mengs. Alle wollten das eine: ultimative Perfektion.

Der Besucher kann jetzt selbst eine Runde, ähnlich wie eine klassische Grand Tour, durch die Ausstellung laufen und dabei die zeitlose Schönheit der neoklassizistischen Werke aus der Sammlung der Hermitage bewundern.

 

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