Moderne Kunst und warum sie heute noch wichtig ist

Der Sprung in die moderne Kunst war ein gewaltiger Schritt für die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung im späten 19. Jahrhundert über die Dauer des 20. Jahrhunderts hinweg.

Die Anfänge finden sich erstmals in Strömungen wie dem Impressionismus, deren Künstler wie Paul Cézanne oder Claude Monet mit der anerkannten akademischen Lehrmeinung brachen, indem sie Malweise und berührte Themen vollkommen veränderten.

Sehr viel extremer formte dann der aufsteigende Expressionismus das gesellschaftliche Bild, da zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei Künstlern aller Art eine Art “Weltuntergangsstimmung” ausbrach, die viele zu Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bewegten. Das Ergebnis waren stimmungsvolle, intensive Bilder, die den Menschen verloren und machtlos der Welt gegenüber zeigten. Das wohl bekannteste Beispiel ist hier “Der Schrei” des norwegischen Künstlers Edvard Munch von 1893.

Der deutsche Nationalsozialismus hat hier der modernen Kunst einen erheblichen Dämpfer verpasst, da diese nicht der ideologischen Denkweise entsprach und so unter dem Begriff “entartete Kunst” degradiert und öffentlich lächerlich gemacht wurde.

In Amerika derweil verlieh der Bildhauer Henry Moore dem kaputten, durch die Weltkriege geschundenen Menschenbild ein anonymes Gesicht.

Zu Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Künstler komplett unschlüssig über ihren weiteren Werdegang. Sie waren Vorreiter in einer Epoche ohne zu wissen, wie sie damit umgehen sollten. Ab hier gab es viele verschiedene Ausprägungen in alle Richtungen. In Europa entstanden Strömungen wie das streng geordnete, an Funktionalität orientierte Bauhaus und als Gegenströmung die klassische Postmoderne, die Individualität und Emotionalität des Menschen an erste Stelle stellte.

In Amerika dominierten in den 1960ern Künstler wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein, die den Menschen Konsum, Massenmedien und Trivialität in der Popart anschaulich näherbrachten.

Heutzutage lässt sich für die zeitgenössische Kunst festhalten, dass kaum noch einzelne Strömungen oder Stile zu erkennen sind, da unsere global vernetzte und digitale Welt jedem die Möglichkeit gibt, sich selbst zu verwirklichen.

Und hierfür hat die moderne Kunst den Anstoß gegeben, deren Künstler sich aktiv mit dem modernen Menschenbild auseinandergesetzt haben und ihm erfolgreich eine Stimme verliehen.