Zwischen Verzauberung und Entsetzen

Wangechi Mutus Werk hat ungeahnte Tiefen. Ein Blogger beschrieb ihre Arbeiten als „haunting“ … in der Übersetzung meint dies so viel wie: eindringlich, gespenstisch, packend, quälend, tief bewegend, unvergesslich.

All dies trifft auf Mutus beeindruckendes Werk zu. Die Arbeiten erzählen von Migration, globaler Identität, Schönheitswahn, Exotik, Weiblichkeit, Voyeurismus, oder über sie selbst, als afrikanische Frau in einer westlichen Welt. Ihre Arbeiten sind Kommentare, die verstören. Sie greift auch Themen wie Kolonialgeschichte, afrikanische Politik und kulturelle Identität auf.

Es sind vor allem weibliche Körper, die in ihren Collagen entstehen. „Females carry the marks, language and nuances of their culture more than the male. Anything that is desired or despised is always placed on the female body“, sagt sie selbst. In ihren Collagen finden sich weibliche Körperteile, Muskelfasern, Pflanzen- und Tierfetzen. Oftmals ist ein afrikanisches Substrat zu finden, womit die Kenianerin auf ihre Wurzeln anspielt. Ihre Werke sind reich und farbintensiv. Alienartige Figuren, die stark an die Werke der Surrealisten erinnern. Diese Hybriden aus Zeichnung, Magazinausschnitten und anderen Materialien fordern den Betrachter heraus, man ist fasziniert manchmal angewidert, vor allem muss man sich aber auf die Bilder einlassen. Wangechi studierte am United World College of the Atlantic in Wales und ging nach ihrem Abschluss nach New York, um hier Kunst zu studieren. 1996 erhielt sie ihren Bachelor of Fine Arts, 2000 machte sie dann ihren Master in Yale. Zudem hat sie einen Abschluss in Anthropologie. Nur fünf Jahre später bekam sie bereits zwei Einzelausstellungen im selben Jahr, eine im Museum of Modern Art in San Francisco und die andere im Perez Art Museum in Miami. Weitere fünf Jahre später wurde sie von der Deutschen Bank zur Künstlerin des Jahres 2010 gekürt und bekam eine weitere Ausstellung im deutschen Guggenheim.

Seitdem hat sie eine beeindruckende Karriere. Ihre Arbeiten gibt es überall auf der Welt zu sehen, in Santa Fe, Venedig, London, Sidney, Hongkong, Brüssel, Baden-Baden, Los Angeles.

Heute lebt und arbeitet sie in New York und Nairobi.